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2012-09-16

Wir, die Bürger verantwortlich für die €-Krise?

Konjunktur und Leitzins

Nach dem Enstehen der €-Zone hatte Europa, besonders Deutschland ein realwirtschaftliches Konjunkturtief. Aber die EZB ließ den Leitzins hoch. So kam es in Deutschland zur verstärkten HartzIV mit 1€ Jobs und der Schuldenvermehrung in den Südländern der EU. Trotz HartIV Austerität konnte nicht einmal Deutschland seine Schulden 2005-2008 noch vor der Lehman Brothers Pleite zurückzahlen.
Mich beschäftigte bereits seit 2005 (siehe: https://groups.google.com/forum/?hl=de&fromgroups#!search/ezb$20leitzins$20Heinrich$20Elsigan) die EZB Zinspolitik und niemand konnte sie mir je schlüssig überzeugend erklären. 
Die beste Antwort, die ich erhielt von jemanden in der WKO, dessen genaue Zugehörigkeit mir nach wie vor nicht ganz klar ist: "Experten wissen das alles besser und das muss streng geheim bleiben, weil sonst wird gegen den €uro gewettet." Er hatte aber selbst keine Ahnung und wusste wahrscheinlich nicht einmal wer Alan Greenspan war. Er schien mir nur sehr ängstlich, dass über Dinge, wie Wechselkurswert zum $ oder Leitzins, die ich eigentlich in der AHS gelernt hatte, nicht offen oder im Internet geredet wurde.

Alan Greenspan, der ehemalige Chef der amerikanischen Notenbank FED erfand oder lebte die Strategie die Geldmenge mit dem Leitzins für Konjunkturhochs und -Tiefs nicht außer Kontrolle geraten zu lassen. 
Im Konjunkturhoch verdienen alle Leute gut, es käme zuviel Geld in Umlauf, wenn niemand spart und Unternehmen sich noch weiter günstige Kredite aufnehmen können und das kann Hyperinflation auslösen. Deswegen wird der Leitzins und somit gleichzeitig Spar- und Kreditzinsen angehoben.
Im Tief muss die Wirtschaft wieder angekurbelt werden, Investitionskredite werden billiger. Auf die kleinen und großen Sparer wird so Druck ausgeübt, indem die Sparzinsen nieder sind. So investieren sie eher in Aktien oder beteiligen sich als stille Teilhaber an Unternehmen, weil auf der Bank verringert die Inflation (entgegen der Ängste der Mittelschicht) nur langsam den real wirtschaftlichen Gegenwert des Geldes. Deswegen wird der Leitzins jetzt wieder gesenkt.
Das System hat die Globalisierung und die Termingeschäfte und Rohstoffbörsen bei ständig steigendem  Bedarf aber dabei nicht berücksichtigt, was dazu führen kann, dass im Konjunkturtief die Sparer in andere Derivate ausweichen, anstatt die heimische Wirtschaft anzukurbeln. Im Subprime Market (Hypothekenkrise) hat das System auch intern versagt. Dennoch fahren China und die USA in etwas verzerrter Form immer noch die Greenspan Strategie und sie fuhren damit noch besser, als die EU 2001-2011 mit diesem Instrument (nicht) agierte.
[Artikel Greenspan: http://www.forbes.com/2009/04/02/greenspan-john-taylor-fed-rates-china-opinions-columnists-housing-bubble.html]

Konjunktureller Sichtweise 

Das Problem aus unternehmerischer, wirtschaftlicher, staatlicher und konjunktureller Sichtweise ist folgendes: 
Die kleinen Sparer konnten ja nur durch die gute Konjunktur soviel sparen und jetzt weigern sie sich vehement, das Geld der deutschen Wirtschaft und dem deutschen Staate von denen sie es entnommen haben, wieder als Stütze zur Verfügung zu stellen. Sie kaufen lieber Aktien von Wachstumsmärkten, die manchmal gegen die deutsche Wirtschaft arbeiten, anderenfalls ihr aber auch öfters nützen oder spekulieren damit in Termingeschäften, Rohstoffbörsen, u.s.w.. Man wollte das verhindern und die EZB ließ im Konjunkturtief den Leitzins hoch, so wurden aber die Staatsschulden immer höher und höher!


Bösartige kleine und große Sparer

Die "kleinen Sparer" sind nicht mehr "die Guten". Die Bildung des Kapitalungleichgewichts entstand durch die Banken und woher hatten die überhaupt das nötige Kleingeld für den Eintritt ins Kasino?


Aktien und Anleihen 

Die Aktien und Anleihen sind nicht so gefährlich wie es sich anhört, es reicht Hausverstand und der Rest ist Glück, Welche Unternehmen sind in Deutschland sicher? Deutsche Bahn, SAP, Automobilhersteller oder in Österreich Verbund, Post, Vöslauer? Ganz einfach, die wo die Unternehmen Gewinne machen, die Angestellten den Eindruck haben, es geht aufwärts oder ist zumindest besser als überall anders und die auch sicher in 30 Jahren noch existieren, weil der Bedarf höchstwahrscheinlich vorhanden ist. Der Rest ist Glücksache! 
Das sichere immer wachsende Kapital ohne Risiko ist der neoliberale Sündenfall auch Kapitalismus genannt.

Finanztransaktionssteuer 

Deswegen sind ja viele für Finanztransaktionssteuer um dem Staat eine zusätzliche Einnahmequelle zu schaffen und gleichzeitig den computergesteuerten Hochfrequenzhandel etwas zu bändigen.

Solidarische oder gewinnmaximierende Perspektive

Ich habe nie gewettet und immer in Fonds mit europäischen Unternehmen, baltische Aufbaufonds und heimische Rentenfonds investiert. OK der Ertrag war nicht hoch, aber ich weiß, das hat unseren direkten Nachbarn auf die Beine geholfen oder sichert Arbeitsplätze hier. Verlustrisiko besteht schon, aber nie das Risiko alles zu verlieren. 

Ursachen der in Vergangenheit

Das Problem ist, nach neoliberalen Regeln hätte man die Banken nach der Leeman Brothers Pleite crashen lassen müssen, aber die Regierungen hatten Angst vor den Bürgern, die alles verloren hätten. Deswegen hat man sie gerettet. Genauso wie man im sozialmarktwirtschaftlichen Deutschland nach dem Wirtschaftswunder Angst hatte, die Löhne gleich den realen Gegebenheiten anzupassen (das wäre sehr wenig im Vergleich zu HartzIV gewesen). 
In Österreich haben die Regierungen immer höhere Schulden gemacht oder Staatseigentum am großen neoliberalen Bazar zum Dumpingpreis nahezu verschenkt. 
Die BürgerInnen wollten aber sichere Jobs und bis zur Pension dauernd steigende Löhne. Sie haben in der demokratischen und systematischen Kontrolle durch primitive Heilsversprechungen ihre Bürgerpflicht dem Staatskörper und der europäischen Union gegenüber ziemlich vernachlässigt und Geld hat drogenartige Wirkung. Das animierte ein par Gierlinge sich etwas stärker zu bedienen, da die Kontrolle fehlte und das System zu verwachsen war um für die pflichtbewusstesten Organe eine Kontrolle zu ermöglichen. Erkannt haben das viele bereits ab den 80er Jahren, aber erst mit der Occupy und StopActa Bewegung erwachten aber einige BürgerInnen und erinnerten sich an ihre politisch und demokratischen Pflichten ein wenig und führten sie aktiv aus. Während die Wettbewerbsbehörde und die Wettbewerbsregeln der Realwirtschaft halbwegs funktionieren, besonders wenn sich Unternehmen im kooperativen Wettbewerb zu einander verhalten. (z.B. Microsoft kauft 30% der Apple-Aktien oder schließt mit SuSe-Novell einen Patent Nichtangriffspakt oder ein lokaler Baumeister hat kaum Aufträge, sein Konkurrent schanzt ihm welche zu, im Gleichgewicht agieren sie aber sonst beide im Wettbewerb) Bei Grund- und Boden und Finanzkapital kann alles angeignet werden und man wird gut von der AntiEnteignerLobby geschützt. Das intransparente Lobbying ist zu einem weiteren Problem geworden, weil Wirtschaftsvertreter (siehe geistiges Eigentum, ACTA, die gut funktionierenden Regeln zu ihrem Vorteil verändern können und die Musikindustrie und Hollywood machten schon leichte Verluste, aber nicht zu vergleichen mit dem heimischen Handwerk, den Greisslern oder anderen Wirtschaftszweigen, die ganz eingegangen sind) Der freie Markt wird nur so lange gut geheißen, solange er nützlich ist, wenn nicht, dann sind Monopole oder verbriefte geistige Eigentumsrechte praktisch, wo man sich am virtuellen Markt seinen Herrschaftsbereich absteckt (to claim) und Wettbewerb von Billigproduzenten plötzlich statt wettbewerbsfördernd als bitterböse propagiert wird. (Wieder gleiche Ursache: Konzerne wollen ja nichts verlieren oder abtreten müssen und versuchen das mit allen halblegalen Mitteln durchzusetzen, nicht etwa um Arbeitsplätze zu schützen, sondern rein gewinnmaximierend) Wenn jemand sagt gewinnmaximierend ist gut, dann frage ich mich allerdings warum ich Insiderwissen über zu hoch bewertete Unternehmen und andere Fähigkeiten nicht ausnütze um etwas gegen heimische AGs zu wetten.

Fazit

Ich betrachte das aus Systemsicht und nicht mehr für meinen persönlichen Vorteil, weil das war genau der ursprüngliche Fehler. Gewinnmaximierung ist dann immer schlecht, wenn sie zum kurzfristigen Pyrrhussieg wird. Dann zählt nur der kurzfristig Gewinn, Forschung, Kunst, Kultur werden unbedeutend gegenüber einer reinen Wirtschaftlichkeit, die zum Dogma erhoben wird. Die Wirtschaft entstand als Zweck für Menschen und wird jetzt zur wahren Religion. Viele warnten davor, dass Wissenschaft zur Religion werden könnte, sie irrten.

Epilog

Ich ernte gerade Kritik, dass nur die Banken und Reichen böse sind.
Gegenfrage:
Wer ist bereit auf den Volkes Schultern die Staatsverschuldung zu tragen? Jeder muss rechnen, dass er vielleicht mit 20% Verlust im bad case aussteigt, dafür haben die nächsten Generationen eine Chance. Wir investieren all unsere Ersparnisse in einen Staatsschulden Tilgungsfond!
Ich wette, auch hier sagen mehr der Mittelschicht NEIN und NICHT die ganz Reichen, wie man es erwarten würde.
Warum?
Das ist eine spieltheoretische Entscheidung, wie sie im ROT SCHWARZ Spiel (hat nichts mit den österreichischen Parteien zu tun) 
oder auch dem Gefangenendilemma vorkommt!
Kooperieren alle, ändert sich nichts zwischen arm und reich und den nächsten gehts besser.
Gibt es 30% linke Hunde, dann verlieren die anderen 70%!

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